Der Buntsandstein: Schichtfolge

Der Buntsandstein:
Schichtfolge

»   Formationsgliederung des Buntsandsteins in Süddeutschland, mit Parallelisierung zur nördlichen Beckenfazies. Altersangaben in Mio. Jahren.
(nach STD, 2002, STD, 2016 und GEYER & GWINNER, 2011, verändert)

Teile des Unteren und Mittleren Buntsandsteins in Südwestdeutschland werden, da sie verschiedene Fazieszonen des Beckenrandbereichs repräsentieren, im Schwarzwald anders stratigrafisch untergliedert als im Buntsandstein-Ausstrichsgebiet des Odenwalds.

Im südlichen Baden-Württemberg bildet die alluviale Beckenrandfazies der Tigersandstein-Formation das Liegende des Buntsandsteins, im nördlichen Landesteil die tonigen und dolomitischen Sedimente der Langenthal- und der Zechsteindolomit-Formation. Das permische Liegende zeigt damit ebenfalls die für die Sedimentation in der nachfolgenden Trias grundlegende Beckengeometrie an, mit einer fluviatil-klastischen Randfazies und einem playaartigen tieferen Beckenzentrum.

Oberer Buntsandstein
  • Rötton-Formation
  • Plattensandstein-Formation
Mittlerer Buntsandstein im Odenwald
  • Solling-Formation
  • Volpriehausen-, Detfurth- und Hardegsen-Formation
Unterer und Mittlerer Buntsandstein im Schwarzwald
  • Vogesensandstein-Formation
Unterer Buntsandstein
  • Miltenberg-Formation
  • Eck-Formation

Unterer Buntsandstein

Eck-Formation

Im Schwarzwald ist die Eck-Formation durch fluviale rinnen- und bankartige Geröll- und Konglomeratsandsteine geprägt, zwischen denen untergeordnet geröllfreie Sandsteine und schluffige Tonsteine von Überflutungsebenen auftreten. Der hohe Anteil an Grobsand mit gut gerundeten Körnern erlaubt die Unterscheidung zum permischen Tigersandstein im Liegenden, der im Gegensatz dazu eine schlechte Kornrundung aufweist (GEYER & GWINNER, 2011: 135 f.). Im südlichsten Schwarzwald nimmt die Eck-Formation den gesamten Unteren Buntsandstein ein, weiter nördlich werden die oberen Abschnitte durch die Vogesensandstein-Formation ersetzt. Die Liefergebiete der sich auf 40 bis 60 Meter Mächtigkeit akkumulierenden Sedimente waren vorwiegend das Vindelizische Hochland und das französische Zentralmassiv (GEYER & GWINNER, 2011: 136).
An Fossilien sind vor allem umgelagerte Kieselholzgerölle aus dem Oberkarbon und Rotliegenden zu nennen.

Im Odenwald beginnt die Eck-Formation mit 20 und mehr Metern mächtigen geröllfreien Fein- und Mittelsandsteinen ("Heigenbrücken-Sandstein"), auf die bis zu 50 Meter mächtiger Grobsandstein folgt (GEYER & GWINNER, 2011: 139).

Miltenberg-Formation

Im Gegensatz zur Eck-Formation ist die Miltenberg-Formation im Odenwald durch gut sortierte Mittel- und Feinsandsteine mit eingeschalteten Schluff- und Tonsteinlagen charakterisiert. Schlierige hellgraue Bleichungszonen stehen im Kontrast zu den sonst rotbraunen Farben des Buntsandsteins im Allgemeinen. Die Mächtigkeit beträgt 140 bis 160 Meter. Im Süden findet der Übergang in die Badische Bausandstein-Subformation der Vogesensandstein-Formation statt (GEYER & GWINNER, 2011: 139 f.).

Fossilien

Unterer und Mittlerer Buntsandstein im Schwarzwald

Vogesensandstein-Formation

Die Vogesensandstein-Formation des Schwarzwalds wird aus einer 140 bis 200 Meter mächtigen eintönigen Abfolge von geröllführenden und geröllfreien Grobsandsteinen in Rinnenfüllungen aufgebaut und umfasst den Großteil des Unteren Buntsandsteins, folgend auf die Eck-Formation, und den gesamten Mittleren Buntsandstein. In dieser Wechselfolge ist teilweise eine Kleinzyklengliederung nachvollziehbar, eine detaillierte lithostratigrafische Untergliederung konnte jedoch nicht durchgeführt werden. Es werden lediglich ein Abschnitt geröllfreier und -armer Grobsandsteine des Unteren und basalen Mittleren Buntsandsteins als Badische Bausandstein-Subformation, eine geröllführende Serie des höheren Mittleren Buntsandsteins als Geröllsandstein-Subformation und darüberliegenden geröllfreien Sandsteine als Kristallsandstein-Subformation, mit der der Mittlere Buntsandstein im Schwarzwald abschließt, ausgeschieden (GEYER & GWINNER, 2011: 137).
Häufig treten Paläobodenhorizonte im Hangenden der Geröllsandstein-Subformation auf ("Violetter Horizont", VH1), auch die Kristallsandstein-Subformation wird mit einem Paläobodenkomplex abgeschlossen, der als Karneol-Dolomit-Horizont (VH2) bis in die Vogesen und in das Saarland verfolgbar ist. Die Paläoböden haben ebenfalls Bedeutung als Lagerstätten von Wirbeltierfossilien (GEYER & GWINNER, 2011: 138).
Fossilien beschränken sich auf Reste von Dachschädlerlurchen und selten Conchostraken.

Fossilien

Mittlerer Buntsandstein im Odenwald

Die Formationsgliederung des Mittleren Buntsandsteins im nördlichen Teil Südwestdeutschlands entspricht der der tieferen Beckenbereiche. Dies weist darauf hin, dass das Beckenrelief zu dieser Zeit einen weiträumigen Ausgleich gefunden hatte (BACKHAUS, 1974).

Volpriehausen-, Detfurth- und Hardegsen-Formation

Die drei Formationen repräsentieren jeweils Sohlbankzyklen: Sie beginnen jeweils mit Grobsandsteinen, die nur schwach geröllführend sind, und auf die sehr geröllarme bis geröllfreie Sandsteine mit zwischengelagerten Tonsteinen folgen (SCHRÖDER, 1965: 657 f.). Die Hardegsen-Formation schließt mit gröber körnigen, mitunter zu Bänken verbundenen Rinnensandsteinen ab. Ab etwas nördlich von Heilbronn verliert sich die deutliche Gliederung der Schichtfolgen und geht nach Süden hin in die Vogesensandstein-Formation über (GEYER & GWINNER, 2011: 140 f.).
Fossilien beschränken sich auf seltene, fragmentarische Reste von Dachschädlerlurchen und noch seltener Conchostraken.

Solling-Formation

Ganz im Norden Baden-Württembergs setzt die Solling-Formation ein, hier vertreten nur durch ihren oberen Abschnitt, den "Thüringer Chirotheriensandstein". Dieser Abschnitt ist charakterisiert durch Abfolgen aus massigen Rinnen- und plattigen Schichtflutsandsteinen (GEYER & GWINNER, 2011: 141).

Oberer Buntsandstein

Plattensandstein-Formation

Namengebend für den Plattensandstein sind die einen bis mehrere Zentimeter dicken Schichten mittelkörniger rotbrauner, glimmerführende Sandsteine, die zu plattiger Absonderung neigen. Eingeschaltet sind massige Rinnenablagerungen mit geringerem Glimmergehalt. Von 50 Metern im Odenwald und Kraichgau fällt die Mächtigkeit im Südschwarzwald auf 5 bis 15 Meter ab. Auffällig sind Paläobodenhorizonte, die über mehrere Kilometer hinweg aushalten (GEYER & GWINNER, 2011: 142). Die Plattensandstein-Formation zeigt eine Mäßigung der zuvor extrem ariden Bedingungen während der Buntsandsteinzeit an.
Bessere Umweltbedingungen zeigen sich auch in dem vergleichsweise reichen Fossilbeleg: Von Landpflanzen (Voltzia, Equisetites, Anomopteris, Pleuromeia), Reptilien (unter anderem der Rauisuchier Ctenosauriscus), Dachschädlerlurchen (Eocyclotosaurus, Stenotosaurus, Heptasaurus), Fischen (diverse Palaeoniscidae, Redfieldiidae und Semionitidae sowie Ceratodus) und Arthropoden (Conchostraken, Krebse) wurden in der Plattensandstein-Formation verbreitet Reste gefunden, sowohl in Konservatlagerstätten als auch bonebedartig angereichert in den Paläoböden (GEYER & GWINNER, 2011: 142 f.). Bei den Konservatlagerstätten handelt es sich meist um tonige Sedimente von Resttümpeln nach Überflutungsereignissen. Herausragend sind die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Grabung in einer solchen Tonsteinlinse bei Karlsruhe-Durlach, die große Mengen an Pflanzen-, Krebs- und Fischresten erbrachte (JÖRG, 1969; JÖRG, 1970; SCHULTZE & KRIWET, 1999). Außerdem kommen Spurenfossilien von Invertebraten und Vertebraten (prominent die Rauisuchier-Spur Chirotherium) vor.

Rötton-Formation

Die Sedimente der Rötton-Formation sind durch schluffige, manchmal feinsandige Tonsteine rotbrauner Färbung gekennzeichnet, in die Lagen und Linsen von Schluffsteinen oder Feinsandsteinen unregelmäßig eingeschaltet sind. Von Süden nach Norden, bis zum Odenwald, nimmt die Mächtigkeit von 5 auf bis zu 30 Meter zu. Im Norden - im Odenwald und in Mainfranken - ist eine Dreiteilung in "Untere Röttone", "Rötquarzit" und "Obere Röttone" gut auszumachen. Nach Süden zu verlieren sich die Unteren Röttone und im Schwarzwald auch der Rötquarzit in der Sandsteinfazies der Plattensandstein-Formation (GEYER & GWINNER, 2011: 143). Nur wenige Meter unter der Grenze zum Muschelkalk ist in den Oberen Röttonen eine sandige marine Bank ("Myophorienbank") ausgebildet, die von dem allmählichen Vorrücken des Meeres aus Richtung Norden zeugt.
Fährten und Trittsiegel von Chirotherium, Isochirotherium und Rhynchosauroides werden gelegentlich im Rötquarzit gefunden (sogenannter "Fränkischer Chirotheriensandstein") (HADERER et al., 1995). In der Myophorienbank tritt eine für den Muschelkalk charakteristische Molluskenfauna auf (Myophoria vulgaris, Costatoria costata, seltener unter anderem Bakevellia und Pleuromya) (GEYER & GWINNER, 2011: 143), dazu Zähne und Schuppen von Fischen sowie selten isolierte Reste mariner Reptilien.

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