Schlusswort

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Ich hoffe, Sie haben auf meiner Website die Informationen gefunden, die Sie gesucht haben, oder neues Wissen für zukünftige Geländebesuche. Angeregt durch Gespräche mit zahlreichen Sammlern habe ich zum Abschluss noch eine Bitte an alle: Bitte helfen Sie mit, dass Sammelmöglichkeiten nicht verschwinden und das Ansehen der Fossiliensammler erhalten bleibt!

Manche Sammler benehmen sich im Steinbruch, als sei er ihr Wohnzimmer. Auch an sich aufgeschlossene Werksleitungen verweigern die Sammelerlaubnis, wenn sie schon erlebt haben, dass nach einem Wochenende der Steinbruch aussieht wie eine Kraterlandschaft mit Müllhalden. Und wenn eine Steinbrecheranlage durch einen liegengelassenen Meißel beschädigt wird, ist es ohnehin vorbei mit der Toleranz. Auch das Ausheben von Gruben muss vorher unbedingt mit der Werksleitung oder einem Verantwortlichen vor Ort abgesprochen werden, in stillgelegten Steinbrucharealen ist das meist kein Problem, aber wer meint, Gräben und Gruben auf benutzten Fördersohlen ausheben zu müssen, tut nachfolgenden Sammlern keinen Gefallen. Das Graben und Schürfen in der freien Natur, speziell in Naturschutzgebieten, muss unterbleiben. Alle Menschen haben einen Anspruch darauf, eine intakte Naturlandschaft zu genießen.

Auch ansonsten, egal ob im Steinbruch oder in natürlichen Aufschlüssen: Muss man die Fundstücke kistenweise davonschleppen? Mit Rücksicht auf nachfolgende Sammler sollte nur das mitgenommen werden, was man auch wirklich "benötigt" - mit anderen Worten einige wenige, dafür gute und aussagekräftige Belegstücke der vorkommenden Fauna und Flora. Zu viele bekannte Lokalitäten sind bereits so stark abgesammelt, dass nicht einmal mehr Bruchstücke von Fossilien zu finden sind! In vielen Ländern wurden bereits entsprechende Gesetze erlassen, um die totale Ausbeutung von Fundstellen durch kommerzielle Sammler zu verhindern. Für den privaten Sammler ziehen solche Bestimmungen einen Wust von Behördengängen und Papierkram nach sich, und in vielen Fällen wird eine Genehmigung dann trotzdem prophylaktisch verweigert.

Und zum Schluß mein wichtigstes Anliegen: Dem Nachwuchs eine Chance! Es ist verständlich, wenn man in seinem Haussteinbruch nicht Horden von Sammlern sehen möchte, und auch kleinräumige Aufschlüsse sind nicht unbedingt für einen Massenansturm geeignet. Ich würde mir aber wünschen, dass die gängige Praxis, Lokalitäten zu verheimlichen und den Austausch mit anderen Sammlern zu meiden, nachlässt. Wer behauptet, sich durch den gemeinsamen Aufschlussbesuch mit anderen und die Preisgabe von Fundstellen "die eigene Konkurrenz heranzuziehen" zeigt, dass ihm Besitzstandsdenken vor Wissensaustausch geht, schließlich bekommt man ja im Austausch ebenfalls Informationen. Gerade Einsteiger sind auf die Hilfe von "alten Hasen" angewiesen!

Beim Sammeln von Fossilien geht es um ein entspannendes, lehrreiches, manchmal auch körperlich ertüchtigendes Hobby, das im günstigen Fall auch zum Fortschritt der paläontologischen Wissenschaft beiträgt, es geht nicht um Besitz, Raffgier und Geld!